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Hybride Lehre – ein Erfahrungsbericht

Kirsten Fischer startete am 14. Juni 2022 den Praxisanleitungskurs in Bremen in einer hybriden Unterrichtform. Insgesamt nehmen bis zu 15 Teilnehmenden an der Weiterbildung teil.

Frau Fischer ist Diplom Sozialwissenschaftlerin, Diplom-Pädagogin und seit über 30 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Sie stand uns für ein kleines Interview zur Verfügung.

Welche Vorkenntnisse hatten Sie im Bezug auf hybride Lehre vor dem FLP Kurs?

„Ich hatte Erfahrungen in Blendet-Learing mit der Lernplattform Teams. Hier werden klassische Präsenzphasen mit Open-ource-Videokonferenz-Tools verbunden d.h. es ist eine Kombination aus Präsenz-Unterricht und Online-Unterricht.“

Welche Herausforderungen sind mit der hybriden Lehre verbunden? Was hat sich für Sie verändert?

„Es gibt jede Menge Herausforderungen. Zunächst die eigene Angst vor der Technik, das heißt, denke ich an alles, was muss ich wann tun etc., wie bekomme ich dies oder jenes hin. Darüber hinaus ist die Einbeziehung der Online-Teilnehmenden manchmal schwierig, bedingt durch die Aufmerksamkeitsteilung einerseits, aber auch durch die fehlenden Netzwerkkapazitäten bei den Teilnehmenden. Ferner ist eine veränderte Planung der Unterrichtsinhalte schwierig: entweder muss ich Inhalte vorher digitalisieren oder langfristig Skripte verteilen. Bei spontanen Unterrichtsveränderungen, wie z.B. Einbeziehung eines anderen Arbeitsblattes, müssen schon mal andere Versendungskanäle gewählt werden, damit die Kommunikation unkompliziert funktioniert. Es erfordert darüber hinaus Flexibilität und Kreativität, um mit den diversen Klippen der Technik klar zu kommen.“

Was hat Sie motiviert denn FLP-Kurs in hybrid zu unterrichten?

„Ich persönlich finde es eine spannende Herausforderung, da ich meine, dass die Zukunft in der Erwachsenenbildung sowohl analog als auch digital sein wird. Die Teilnehmenden haben im Hybridunterricht die Möglichkeit, auch bei Urlaub, Krankheit oder spontaner Kinderbetreuung, wenn sie möchten, am Unterricht teilzunehmen, und sie können von diversen Standorten teilnehmen. Außerdem spart der Hybridunterricht Zeit und ist ökologisch verträglich. Ich persönlich glaube, dass sowohl das Analoge und Digitale zum Leben und Lernen benötigt wird. Es handelt sich um einen nachhaltigen Lernprozess durch die mediale und methodische Vielfalt, zum Beispiel durch das Einbeziehen kleiner Filme und digitaler Lernformen in das Präsenz-Setting.“

Was wollen Sie den Lesern/wisoak noch mitteilen?

„Ich glaube, dass Hybridunterricht eine Bereicherung in der Erwachsenenbildung ist, da er viele Vorteile hat. Bedingt dadurch, dass er noch relative neu ist, begeben sich sowohl Dozierende als auch Lernende gemeinsam auf einen neuen Erfahrungsweg. Aus diesem Prozess heraus ergeben sich neue Ideen. Wichtig ist, dass das Lernklima so ist, dass sich sowohl Dozierende als auch Teilnehmende auf diese neue Lernform einlassen. Außerdem habe ich immer, wenn es Probleme mit der Technik gibt, die Möglichkeit, mich vor Ort unterstützen zu lassen, was reibungslos klappt und mir Sicherheit gibt. Ich habe den Eindruck, gut begleitet zu werden beim Erkunden des hybriden Unterrichtes.“


Beitrag von: Jean Romeike